Gedanken brauchen manchmal mehr Platz

thinkDRESS ist wieder um ein Stück vollständiger geworden. Neben den Kollektionen und dem Denkraum gibt es nun auch thinkSCRIPT, den Bereich für meine Bücher.

Das erste Buch kann dort inzwischen direkt bestellt werden: „Das Lächeln des Zen-Meisters“.

Das Buch ist nicht neu. Seine erste Fassung erschien bereits 2014. Zwölf Jahre später habe ich es noch einmal hervorgeholt, überarbeitet und als neue Version veröffentlicht. Dabei ist mir aufgefallen, dass man einen alten eigenen Text auf merkwürdige Weise gleichzeitig als Autor und als Leser betrachtet. Man erkennt sich darin wieder und entdeckt trotzdem einen Menschen, der man heute nicht mehr ganz ist.

Auch deshalb passt dieses Buch vielleicht ganz gut an den Anfang von thinkSCRIPT.

Wie sicher ist unsere Wirklichkeit?

„Das Lächeln des Zen-Meisters“ erzählt von einem erfolgreichen Bankmanager, dessen wohlgeordnete Wirklichkeit durch ein rätselhaftes nächtliches Erlebnis plötzlich aus den Fugen gerät.

Der Psychiater Professor Freudenberg versucht, das Geschehen rational zu erklären. Doch je weiter er sich damit beschäftigt, desto mehr geraten auch seine eigenen Gewissheiten ins Wanken.

Seine Ratlosigkeit führt zu einem Zen-Meister und zu einer unerhörten Wendung. Eine philosophische Novelle über Sinnkrise, Kontrollverlust und die Frage, wie sicher die Wirklichkeit ist, in der wir uns eingerichtet haben.

Dahinter steckt eine Frage, die mich bis heute beschäftigt:

Wie sicher können wir eigentlich sein, dass die Wirklichkeit so ist, wie sie uns erscheint?

Wir brauchen ein einigermaßen stabiles Bild der Welt, um überhaupt leben zu können. Wir stehen morgens auf und zweifeln normalerweise weder daran, dass der Boden uns trägt, noch daran, dass die Menschen um uns herum tatsächlich existieren. Wer jede Selbstverständlichkeit permanent infrage stellte, käme vermutlich nicht einmal bis zum Frühstück.

Und trotzdem wissen wir, dass unsere Wahrnehmung kein unmittelbarer Zugriff auf „die Wirklichkeit“ ist. Unser Gehirn verarbeitet Sinneseindrücke und konstruiert daraus jenes erstaunlich stabile Modell, das wir "Welt" nennen.

Was geschieht aber, wenn dieses Modell plötzlich Risse bekommt?

Vielleicht beginnt Philosophie genau dort: wenn etwas, das eben noch selbstverständlich erschien, plötzlich fragwürdig wird.

Drei weitere Bücher sind unterwegs

thinkSCRIPT soll allerdings nicht bei diesem einen Buch bleiben.

Zurzeit befinden sich zwei neue Bücher in der Fertigstellung.

„Jenseits des Abgrunds und andere Erzählungen“ versammelt unterschiedliche Geschichten, die trotz ihrer Verschiedenheit immer wieder um eine ähnliche Frage kreisen: Was bleibt von einem Menschen, oder was kann neu entstehen, wenn seine vertraute Wirklichkeit auseinanderbricht?

Daneben entsteht „Happy Birthday, liebes Universum“, ein Band mit philosophischen Texten zu Aufklärung, Spiritualität, Künstlicher Intelligenz und anderen Fragen, die mich über viele Jahre beschäftigt haben.

Und schließlich wartet noch „Der Philosophie-Baum“. Auch dieses Buch erschien ursprünglich bereits 2014 und soll nun gründlich überarbeitet neu veröffentlicht werden. Da die bisherige Ausgabe weiterhin erhältlich ist, wird die Neufassung voraussichtlich als letztes der drei Bücher erscheinen.

Damit stehen am Ende vier ziemlich unterschiedliche Bücher nebeneinander: eine philosophische Novelle, Erzählungen, philosophische Essays und eine Einführung in die Philosophie für junge Menschen.

Eigentlich eine ziemlich wilde Mischung.

Aber vielleicht passt gerade das zu thinkDRESS.

Kleidung, Gespräche und Bücher

Mit thinkSCRIPT bekommt die Plattform einen dritten Bereich.

Die Kollektionen tragen Gedanken nach außen.
Im Denkraum können Gedanken aufgegriffen, weitergeführt und diskutiert werden.
Und thinkSCRIPT gibt ihnen den Platz, den manche Gedanken nun einmal brauchen.

Denn nicht alles lässt sich auf ein T-Shirt drucken. Was vermutlich auch ganz gut so ist.

Von Anfang an stand hinter thinkDRESS die Überzeugung, dass Philosophie nicht nur in Universitäten und Bibliotheken gehört. Sie gehört mitten ins Leben.

Manchmal genügt dafür ein Satz auf einem Kleidungsstück.

Manchmal ein Gespräch.

Und manchmal braucht es eben ein ganzes Buch.

 

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